Schleifen: So geht alles glatt!
Abtragen, glätten, vorbereiten, verschönern: Schleifen ist das Multitalent unter den DIY-Arbeiten. Was brauchst du, damit beim Schleifen alles glattgeht, und wie gehst du am besten vor? Hier kommen die wichtigsten Tipps für den perfekten Schliff.
AIWas ist Schleifen?
Schleifen ist ein sogenanntes spanendes Fertigungsverfahren, bei dem Materialien in Spänen von einem Werkstück abgetragen werden. Da Schleifen eine besonders feine Bearbeitungsmethode ist, sind die Späne staubfein – trage also immer eine Atemschutzmaske! Schleifen hat drei Hauptaufgaben:
- Oberflächen glätten
- Werkzeuge schärfen
- Materialien trennen
Zum Schleifen benötigst du je nach Aufgabe eine Schleifmaschine bzw. Schleifscheiben, Schleifsteine und Schleifpapier.

Welche Schleifmaschine für welchen Job?
Ob du Parkett schleifen oder das Gartentor von Lackresten befreien willst: Beim Schleifen dreht sich alles um die perfekte Kombination aus Schleifer, Schleifmittel und Schleifverfahren. Jede Schleifmaschine kann theoretisch jede Schleifarbeit ausführen, doch du solltest stets das optimale Werkzeug. Hier kommt die Übersicht:
- Bandschleifer: Grossflächen mit hohem Materialabtrag
- Deltaschleifer: Kanten, Ecken, verwinkelte Flächen
- Exzenterschleifer: Feinschliff und Polieren planer oder gewölbter Flächen
- Schwingschleifer: Grobe Arbeiten auf grossen Flächen
- Winkelschleifer: Zum Schleifen und Trennen
- Trockenbauschleifer: Wände und Decken glätten
- Handschleifer: Feinstarbeiten und filigrane Ecken

Richtig schleifen: So geht’s
Jede Schleifmaschine lässt sich auf mehrere Arten einsetzen. Mit dem richtigen Schleifverfahren sorgst du für einen optimalen Abtrag bei geringstmöglicher Gefahr für das Werkstück.
Trockenschleifen
Trockenschleifen kommt ohne Wasser, Öl oder Emulsionen als Schmier- und Kühlmittel aus. Dadurch erzielst du einen besonders hohen Abtrag. Das macht Trockenschleifen ideal für den Grobschliff.
Nassschleifen
Beim Nassschleifen dient eine Flüssigkeit als Schmiermittel, ausserdem kühlt sie das Werkstück während der Bearbeitung. So kannst du mit einer hohen Geschwindigkeit schleifen. Nassschleifen eignet sich besonders für gespachtelte, lackierte Karosserien. Auch Holz für Badezimmermöbel oder andere Nassbereiche wird im Schleifprozess befeuchtet.
Handschleifen
Ein griffiger Handschleifklotz aus Kork oder Hartgummi sowie weiche Schleifmittel auf Vlies-Basis ermöglichen präzises und effektives Arbeiten. Handschleifer sind eine gute Wahl für komplexe Strukturen und schwer zugängliche Stellen. Damit kannst du zum Beispiel alte Anstriche an Fensterrahmen entfernen.
Bandschleifen
Elektrische Bandschleifer arbeiten mit einem Schleifband, das über motorisierte Rollen geführt und angetrieben wird. Sie schleifen grosse Flächen besonders schnell ab. Das macht Bandschleifer ideal für Grob- und Vorschliffe sowie für den Lackabtrag auf Türen oder Toren.
Unser Tipp: Erst mit dem richtigen Schleifmittel wird deine Schleifmaschine zum perfekten Werkzeug. Worauf es dabei ankommt, erfährst du im Ratgeber «Schleifpapier».

Holz schleifen in 4 Schritten
Werkzeug bereit, ran ans Schleifen! Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung für Holz gilt grundsätzlich auch für andere Materialien. Wenn du dir unsicher bist, schau in unsere Tutorials!
Schritt 1: Der Grobschliff
Fixiere das Werkstück auf der Werkbank oder stelle es stabil hin. Nimm ein Schleifpapier mit grober Körnung (P40 bis P80) und arbeite längs der Holzmaserung. Achte auf gleichmässige Bewegungen und wenig Druck. Lass die Schleifmaschine nicht zu lange an einer Stelle ruhen.
Schritt 2: Holz anfeuchten
Befeuchte das Holz gleichmässig mit einem Schwamm. Dadurch richten sich die Holzfasern auf und du kannst sie leichter abschleifen. Lass das Holz etwas antrocknen.
Schritt 3: Der Mittelschliff
Wechsle zu einem Schleifpapier mit einer mittleren Körnung (P120 bis P180). Arbeite gleichmässig mit leichtem Druck quer zur Maserung. Entferne den Holzstaub und befeuchte das Werkstück nochmals.
Schritt 4: Der Feinschliff
Für den Feinschliff eignet sich feines Schleifpapier mit einer Körnung von P180 bis P400. Damit arbeitest du so lange in Richtung der Maserung, bis alle Unebenheiten verschwunden sind.
Unser Tipp: Hab immer etwas Schleifpapier im Werkzeugkasten. Damit kannst du zum Beispiel Leimreste oder Farbschichten schnell und ohne grossen Aufwand entfernen.









