Geburtsmethoden und -verlauf

Geburtsmethoden und -verlauf

Die Geburt beginnt


Bald kannst Du Dein Baby in den Armen halten. Doch dazwischen liegt noch die Geburt, die in vier Phasen abläuft.


Eine Spontangeburt läuft in vier Phasen ab: Zuerst spürst Du, wie die Wehen regelmässig werden und in einem Abstand von weniger als sieben Minuten kommen. Dies ist die Eröffnungsphase, während der auch die Fruchtblase platzt. Nun beginnt die eigentliche Austreibungsperiode, die mit der vollständigen Erweiterung des Muttermundes auf insgesamt 10 Zentimeter anfängt. Danach beginnt die Austreibungsperiode. Wahrscheinlich wirst Du diese Phase als die anstrengendste der ganzen Geburt erleben. Auch für Dein Kind bedeutet sie Schwerstarbeit. Seine Herztöne werden daher laufend überwacht, damit eine allfällige Beeinträchtigung der kindlichen Versorgung sofort bemerkt werden würde. In der frühen Austreibungsphase kommen die Wehen nun alle zwei bis drei Minuten. Das Baby drückt stark nach unten. Diese Phase dauert beim ersten Kind meist länger. Wechsle nun die Geburtspositionen, so dass Du besser mit den Schmerzen umgehen kannst. Versuche, die Pausen zwischen den Wehen zur Erholung zu nutzen und Kraft zu sammeln für die dritte Phase, die Pressphase. Diese beginnt, wenn sich das Köpfchen optimal am Beckenausgang befindet. Der Druck, der dadurch entsteht, bewirkt einen natürlichen Drang zu pressen. Die meisten Frauen brauchen jetzt keine genaue Anleitung durch die Hebamme, sondern schieben das Kind instinktiv richtig aus dem Becken heraus. Auch eine bestimmte Press- oder Atemtechnik ist dafür nicht zwingend erforderlich. Im Gegenteil, kurzfristig einstudierte Techniken können sogar hinderlich sein. Lasse einfach den Atem kommen und gehen und schicke in jeder Wehenpause einen tiefen Atemzug zu Deinem Kind. Geschafft, Dein Kind ist da und es wird Dir auf den Bauch gelegt! Was für ein bewegender Moment! Du wirst sehen, bald schon sucht es nach Deiner Brust. Wenn Du es nun anlegst, sorgt der Saugreiz dafür, dass sich die Plazenta löst und nach draussen geschoben wird. Die Nachgeburtsphase hast Du somit bereits hinter Dir. Jetzt hast Du – und auch Dein Partner – viel Zeit mit Eurem Baby. Falls der Damm gerissen ist und Du genäht werden musst, kann damit noch zugewartet werden.


Wann ist eine Geburtseinleitung nötig?


Die meisten Kinder werden um den errechneten Geburtstermin herum geboren. Wird der Termin jedoch um mehr als eine Woche überschritten, kann eine Geburtseinleitung das Risiko für Komplikationen senken. Ob und wenn ja, wann eine Geburt eingeleitet wird, ist immer eine individuelle Entscheidung. Sie hängt hauptsächlich davon ab, ob das Risiko für Komplikationen bei der Geburt erhöht ist. Dieses Risiko wird unter anderem davon beeinflusst, wie weit der Termin überschritten ist, wie alt eine Frau ist und wie gross das Kind ist.


Wann wird ein Kaiserschnitt gemacht?


Ein Kaiserschnitt wird gemacht, wenn das Kind auf normalen Weg nicht oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen geboren werden kann. Das ist beispielsweise der Fall, wenn das Kind quer liegt, oder wenn die Plazenta die Öffnung der Gebärmutter – den Gebärmutterhals – verschliesst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass in westlichen Ländern bei etwa 10 bis 15 Prozent der Geburten aus medizinischen Gründen ein Kaiserschnitt notwendig ist. Wenn alles reibungslos läuft, dauert die gesamte Operation etwa eine Stunde. Dabei kann das Kind bereits etwa nach 10 bis 15 Minuten aus der Gebärmutter geholt werden, in Notfällen sogar noch schneller. Weitere Gründe für einen Kaiserschnitt sind auch beispielsweise ein zu schmales Becken oder wenn die Mutter bereits einmal eine traumatische Geburt erlebt hat, so dass nur noch ein Kaiserschnitt in Frage kommt. Zudem gibt es Frauen, die per Kaiserschnitt gebären möchten, weil sie sich dadurch Schmerzen ersparen und Risikofaktoren während der Geburt möglichst ausschalten wollen. Beim geplanten Kaiserschnitt wird ungefähr sieben bis zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin operiert. Dies hat den Vorteil, dass sich sowohl die werdende Mutter als auch das OP-Team vorbereiten kann.