Füttern mit dem Fläschchen

Füttern mit dem Fläschchen

Es kann viele Gründe geben, sich gegen das Stillen zu entscheiden. Doch wenn das Kind nicht gestillt wird, sollten in den ersten vier Monaten Anfangsnahrungen gegeben werden, weil diese den Bedürfnissen des Säuglings am besten angepasst sind.


Natürlich ist Muttermilch die perfekte Nahrung für jedes Baby. Doch auch ungestillte Kinder können sich gesund entwickeln und stellen sich relativ problemlos auf Ersatznahrung im Fläschchen um. Manchmal kann es anfangs zu Verdauungsstörungen kommen, bei denen Du immer Rat vom Kinderarzt einholen solltest. Ein Vorteil der Flaschennahrung liegt in der Möglichkeit, sich als Eltern – oder auch mit anderen Betreuungspersonen – beim Füttern abzuwechseln. Wichtig ist jedoch genauso wie bei gestillten Kindern, dass der Körperkontakt beim Füttern nicht zu kurz kommt. Deshalb gilt: Das Baby beim Füttern nah an sich herannehmen und eine wohltuende Wärme herstellen, während des Fütterns Blickkontakt halten und sanft mit ihm sprechen. Denn beim Füttern tankt das Kind nicht nur Nahrung, sondern auch Zuwendung und Liebe.


Das Baby braucht in 24 Stunden rund sechs bis acht Flaschenmahlzeiten. Sind im familiären Umfeld Allergien bekannt, ist es ratsam, hypoallergene Ersatzmilch zu verwenden. Das kann das kindliche Allergierisiko deutlich senken. Ansonsten solltest Du Dich für eine Pre-Nahrung – eine Startmilch für die ersten vier bis sechs Lebenswochen – entscheiden, denn sie ist der Muttermilch am ähnlichsten und enthält keine zusätzlichen Kohlenhydrate in Form von Zucker und Stärke. Pre-Nahrung kann daher wie Muttermilch nach Bedarf gefüttert werden. Danach kann auf Anfangsmilch, zuerst auf die 1er-Milch und etwa ab dem 6. Lebensmonat auf die 2er-Milch umgestellt werden. Lass Dich dazu von Deinem Kinderarzt beraten. Fertige Babynahrung verwendest Du nach den Angaben auf der Packung. Wichtig ist, das Fläschchen immer erst kurz vor dem Gebrauch zuzubereiten und die Milch innerhalb einer Stunde zu verbrauchen und Nahrungsreste niemals aufzuheben. So kann eine fürs Baby gefährliche Keimbildung in der Nahrung verhindert werden. Ausserdem müssen Fläschchen und Sauger vor dem Gebrauch immer sterilisiert werden. Verwende für die Zubereitung immer abgekochtes Wasser, mit dem das Pulver in der Flasche angerührt wird. Bevor Du das Fläschchen Deinem Kind zum Trinken gibst, prüfe immer die Temperatur der Milch. Diese sollte etwa körperwarm sein. Dafür gibst Du einen Tropfen auf Dein Handgelenk, so merkst Du schnell, ob es noch zu heiss ist.


Pre-Milch ist wegen der Ähnlichkeit zur Muttermilch auch geeignet für die Zwiemilchernährung (Stillen und Flaschenernährung parallel). Diese Form der Ernährung wird empfohlen, wenn Du zu wenig Milch hast, teilweise wieder arbeitest oder aus anderen Gründen zufüttern möchtest oder musst. Du kannst entweder jedes Mal zuerst Stillen und anschliessend etwas künstliche Milch anbieten oder abwechseln. Nach jeder Mahlzeit sollte das Baby ein Bäuerchen machen. Hebe das Kind dafür hoch, lege es an Deine Schulter und klopfe ihm leicht auf den Rücken. Verschluckte Luft kann so über den Mund entweichen und keine schmerzhaften Blähungen oder Koliken hervorrufen.


Muttermilch auf Vorrat


Wenn Du arbeitest oder Du Dir ab und zu ein wenig Unabhängigkeit bewahren möchtest, kannst Du Deine Muttermilch selbstverständlich auch abpumpen. So können auch Dein Partner, Grosseltern und Babysitter Dein Kind mit dem Fläschchen füttern, so dass Du ein paar Stunden für Dich geniessen kannst. Zum Abpumpen gibt es mechanische und strombetriebene Modelle. Lass Dich nicht entmutigen, wenn es beim ersten Mal nicht klappt – teste daher ruhig mehre Varianten und finde heraus, was für Dich am besten passt.